Buch Rezension

Rezi: “Zu richten die Lebenden” von Erica Spindler

Zu richten die Lebenden von Erica Spindler

Crime
ERICA SPINDLER
Zu richten die Lebenden
Watch Me Die
HarperCollins

Amazon

Sechs Jahre ist es her, seit Hurrikan Katrina New Orleans zerstörte, und noch immer ist die gesamte Stadt traumatisiert. Die Glasmalerin Mira Gallier, die ihren geliebten Mann verlor, klammert sich zur Bewältigung ihrer Trauer und Schuldgefühle an ihre Arbeit als Restauratorin von Kirchenfenstern. Da wird der hoch geschätzte Father Girod der Gemeinde Sisters of Mercy kaltblütig ermordet. Dass auch die von ihr reparierten Fenster beschädigt wurden, scheint erst nebensächlich, doch kurz darauf wird Mira von einem Obdachlosen überfallen. Die Mordermittlungen führt Detective Spencer Malone, der nicht nur in den Hochzeitsvorbereitungen mit seiner Freundin Stacy Killian steckt, sondern mit der hoch dekorierten Polizistin Karin Bayle, die eigene Dämonen zu bekämpfen hat, auch eine neue Partnerin bekommt. Als weitere Morde geschehen, deren einzige Verbindung Mira ist, gerät sie unter Verdacht, kann aber zumindest auf Connor Scott zählen, den besten Freund ihres Mannes.

Mit ihren Thrillern der Extraklasse lässt Erica Spindler einem das Blut in den Adern gefrieren, und auch im vierten Einsatz für das Malone-Killian-Gespann geht es wieder so nervenaufreibend zu, dass der Roman geradezu danach verlangt, in einem Rutsch gelesen zu werden. Zwischen Verbrechen und Verhören bleibt eigentlich kaum Zeit für Romantik, dennoch blitzt sie hier und da durch. Die Annäherung von Connor und Mira, die versucht, ihr Herz wieder zu öffnen, ist mitreißend, denn da die Heldin lange braucht, um zu vertrauen, geht sie bis zum Happy End durch die Hölle. Interessant sind noch die gut recherchierten Schilderungen der Nachwirkungen des Jahrhundertsturms, die äußerst bedrückend wirken.

Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #113/November 2015.