Buch Rezension

Rezi: „Einundachtzig Worte“ von Elizabeth Joy Arnold

Einundachtzig Worte

Contemporary
ELIZABETH JOY ARNOLD
Einundachtzig Worte
The Book of Secrets
Diana

Amazon

Nach fünfundzwanzig Jahren Ehe glaubt Chloe Louise Sinclair, ihren Mann Nate zu kennen, auch wenn es derzeit nicht gut läuft. Als sie jedoch eines Tages vom Einkaufen in das gemeinsame Antiquariat zurückkehrt, findet sie einen Zettel mit einundachtzig Worten, die ihr Leben auf den Kopf stellen. Nate ist weg, er ist in seine Heimatstadt Redbridge gefahren, an den Ort, an dem so viel Schlimmes geschehen ist. Durch den Abschiedsbrief findet sie noch mehr Notizen ihres Mannes und lernt ihn ganz neu kennen. Nach dem Tod ihres Sohnes Gabriel fing er an zu schreiben. Chloe liest immer mehr und denkt zurück an die gemeinsame Kindheit, eine wunderschöne Zeit voller Bücher, die durch den Tod von Nates Mutter jäh beendet wurde. Danach mussten alle unter Nates Vater, einem fanatischen Priester mit ganz eigenen Moralvorstellungen, leiden. Chloe stellt fest, dass es mehr ungeklärte Dinge gibt, als sie sich vorstellen konnte. 

Elizabeth Joy Arnold liefert mit ihrem jüngsten Roman eine Hommage an die Klassiker der Literatur und zeigt liebevoll, wie viel Spaß Kinder mit diesen Werken haben, etwa der „Narnia“-Serie von C.S. Lewis. Gleichzeitig warnt sie aber auch vor religiösem Fanatismus. Mal aus dem Jetzt, mal als Rückblende wird die Geschichte aus zahlreichen Puzzlestücken zusammengefügt, immer gespickt mit Hinweisen auf Bücher. So entwickelt sich ein besonderes Leseschmankerl für Bibliophile, wie auch die Heldin eine ist. Sehr gefühlsbetont und zauberhaft schreibt die Autorin dabei über ein Ehepaar, das mit Schuld und Sühne umzugehen lernen muss. Für Chloe und Nate, die sich auseinander gelebt haben im Alltag und zwischen denen zu viel geschehen ist, braucht es schließlich einundachtzig Worte, um sich wieder anzunähern.

Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #113/November 2015.