Hörbuch Rezension

Audiorezi: “After forever” von Anna Todd

After forever von Anna Todd

Contemporary
ANNA TODD
After forever
After Ever Happy
Random House Audio, ungekürzte Lesung,
2 MP3-CDs, ca. 1042 Minuten

Eigentlich wollte Hardin Scott ein paar schöne Tage mit seiner Freundin Tessa Young in seiner Heimatstadt London verbringen, doch der Kurztrip zur Hochzeit seiner Mutter ist zu einem einzigen Desaster geworden. Zuerst hat er Trish bei einem Stelldichein mit Christian Vance erwischt, jetzt muss er auch noch erfahren, dass die beiden seit Jahren eine heimliche Liebe verbindet und Christian sogar sein Vater ist. Auf einmal ergibt vieles Sinn, sogar die Alkoholsucht seines vermeintlichen Vaters Ken. Wieder einmal kann Hardin seine Emotionen nicht im Zaum halten, und Tessa ist erneut die Leidtragende. Diesmal scheint er sie vollends von sich zu stoßen. Als sie dann alleine zurück nach Seattle fliegt, erwartet sie dort der nächste herbe Schicksalsschlag. Jetzt endlich erkennt Hardin, wie leer eine Zukunft ohne sie wäre und dass er sich wirklich ändern muss, um sie doch noch zurückzugewinnen.

Von Anfang an zeichnete sich die „After“-Serie durch das ständige Hin und Her zwischen Tessa und Hardin aus. Wie nicht anders erwartet, zumal nach dem vorangegangenen Cliffhanger, setzt es sich im vierten und letzten Teil fort. Und so ist zum Abschluss wieder großes Drama angesagt. Was für die einen eine nicht nachvollziehbare Beziehungshölle darstellt, ist für andere der Kern einer ungestümen New-Adult-Liebesgeschichte, in der die Gefühle regelmäßig Amok laufen. Fans werden sich deshalb genüsslich dem Herzschmerz ergeben und dem Moment entgegenfiebern, in dem sich Tessa und Hardin zweifellos wieder in die Arme schließen. Nicole Engeln und Martin Bross legen bei der ungekürzten Lesung die nötige Verve an den Tag und erleichtern es, über siebzehn Stunden durchzuhalten. Anna Todd, die vorher so ausschweifend erzählt hat, scheint am Ende dagegen die Luft auszugehen, endet die Geschichte doch sehr abrupt. Das endgültige Happy End wird etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenigstens schön schnulzig mit einigen Zeitsprüngen in einer Art Epilog nachgereicht.

Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #111/September 2015.