Kolumne Romance in Space

Romance in Space: Military Romance mit futuristischem Touch

Was bringt uns an der Verbindung von Militär und Liebesromanen zum Schwärmen? Sind es die sexy Uniformen? Glanz und Gloria? Die düstere Landschaft des Krieges? Oder ist es vielleicht die Vorstellung eines heißen, wilden Kämpfers, der im einen Moment den Feind besiegen und im nächsten die Heldin leidenschaftlich lieben kann?

Liebesromane im Militärmilieu scheinen auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination zu sein. Bei Militär denkt man an Disziplin, Drill und Gefecht. Liebesromane beschwören eher Bilder herauf von weichen Blütenblättern, die über ein Feld wehen und von fröhlich herumtollenden Welpen gejagt werden.

Aber dieses Subgenre existiert nicht nur, es floriert.

Als Begründerin des Genres gilt bei vielen die Autorin Lindsay McKenna, die zuweilen als „Top Gun“ der Militärromane für Frauen bezeichnet wird, mit ihrem Roman „Captive of Fate“ aus dem Jahr 1983. Seit damals hat sie mehr als 75 Bücher mit Militärthemen und –charakteren geschrieben.

Und die Verleger glaubten einst, dass sich Militärliebesgeschichten nie verkaufen würden. Nun, sagen Sie das mal Suzanne Brockmann. Während Liebesromanleserinnen ungeniert ihren Lieblingscharakteren und –handlungen die Treue halten, sind sie aber auch offen für Neues.

So kann es als natürliche Entwicklung angesehen werden, dass einige Science-Fiction-Liebesromanautoren futuristische Geschichten mit einem militärischen Touch schreiben. Diese Romane gehören zu den beliebtesten des Genres, da sie oftmals von Helden und Heldinnen handeln, die Weltraumarmeen über das Schlachtfeld des Universums führen. Aber es finden sich darunter auch Geschichten mit weniger weitläufigen Schauplätzen wie eine Weltraumstation oder ein fremder Planet.

Das Schöne an militärischen Science-Fiction-Liebesromanen ist, dass die Autoren die Freiheit haben, alle möglichen Arten von militärischen Kulturen und Hierarchien zu erschaffen. Sie könnten angelehnt sein an Militärtraditionen auf der Erde wie in „The Stars Blue Yonder“ von Sandra McDonald oder nur noch lose daran erinnern wie in Linnea Sinclairs „Games of Command“.

Andere Militärkulturen, die in Science-Fiction-Liebesromanen erforscht werden, sind in Büchern wie Catherine Asaros „Der PSI-Faktor“ (Primary Invasion) und Lois McMaster Bujolds „Shards of Honor“ zu finden. Die militärischen Strukturen, die diese Autorinnen erschaffen haben, verfügen über einen Hauch Exotik, beinhalten aber genug bekannte Elemente, um Lesern einen Zugang zu verschaffen.

Science-Fiction-Liebesromane sprechen auch dunkle Seiten des Militärs an, wie schief gelaufene genetische Experimente, so etwa im knisternd heißen „Immortalis“ von Nathalie Gray. Auch klassische Actionabenteuer sind darunter, wofür Jess Grangers demnächst erscheinender Roman „Beyond the Rain“ ein gutes Beispiel ist. Dann gibt es noch Invasionsszenarien (Loribelle Hunts „Invasion Earth“), Zeitreisen (Susan Grants „The Legend of Banzai Maguire“) und auch Krimis wie „Ravyn’s Flight“ von Patti O’Shea.

Wie auch immer die Grundstimmung, der Schauplatz oder der zentrale Konflikt aussehen, diese Geschichten heißen die Romantik mit offenen Armen willkommen und verlieren nie unser grundlegendes Bedürfnis nach Bindungen und Liebe aus den Augen. Egal in welcher Zeitperiode sie spielen, militärische Themen in Liebesromanen feiern die lebensbejahenden Werte, die unsere Männer und Frauen in Uniform bestrebt sind zu beschützen. Vielleicht liegt die besondere Anziehungskraft von militärischen Science-Fiction-Liebesromanen somit in ihrer Tragweite: der Vorstellung, dass selbst inmitten der Tragödien des Krieges Liebe entstehen und bis ans Ende von Zeit und Raum fortdauern kann.

www.thegalaxyexpress.net

Übersetzung von Julia Weisenberger.
Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #45/Juli 2009.