Autorentagebuch Kolumne Projekt "Leo"

Autorentagebuch: Projekt “Leo” – Folge 3

In den letzten Wochen ist viel passiert in Sachen „Leo“ bzw. nunmehr „Die Spur der Katze“: Das Manuskript wurde lektoriert, ein Cover erstellt, genauso wie ein Vorschautext. Ein endgültiger Erscheinungstermin – der 15. Juli 2009 – wurde auch festgelegt, und das Buch ist bereits bei den Online-Händlern vorzubestellen und auf der LYX-Homepage zu finden.

Aber fangen wir beim Lektorat an. Um es kurz zu machen: Es hat super funktioniert. Die Lektorin und ich waren völlig auf einer Wellenlänge, sie hat angemerkt, wo noch etwas erklärt werden muss, oder es zu lang ist oder sich schräg anhört. Und sie hatte in den meisten Fällen Recht. Ich habe die Änderungen durchgeführt und damit ist die Geschichte besser geworden, runder und schöner. Auch die sprachlichen Glättungen sind immer sinnvoll, manchmal ist man als Autor zu nah dran, um zu bemerken, dass man einen hoch komplizierten Satz auch viel einfacher ausdrücken könnte. Ende April haben wir das fertig lektorierte Manuskript dann an den Verlag zurückgegeben, der nun eine Druckfahne erstellen wird, die ich dann in ein paar Wochen noch ein letztes Mal durchsehen werde. Und wie immer werde ich auch dort noch ein paar Fehler finden.

In der Zwischenzeit wurde von der Graphik-Abteilung der Cover-Entwurf präsentiert. Ich muss ehrlich gestehen, meine erste Reaktion war: Huh, der Typ ist aber nackt. Natürlich wusste ich, dass in diesem Genre gerne nackte Männer auf das Cover gesetzt werden, aber ich hatte die leise Hoffnung, dass es mich nicht trifft. Nicht, dass der Mann nicht sehr gut aussieht, aber ich hätte meinen Helden gerne der Fantasie der Leser überlassen.

Dann war da noch das Schaf. Nein, es kommt keines im Buch vor, sondern Berglöwen. Und eben das war das Problem: Der Berglöwe auf dem Cover hatte den Körper eines Schafes. Das wurde aber sehr schnell und meisterhaft behoben und jetzt gefällt mir das Cover sehr gut. Besonders der goldene Blick des Mannes saugt den Leser richtig ein. Auch die Farben und die Idee mit dem Fell im Vordergrund und der Landschaft im Hintergrund finde ich sehr gelungen. Bisherige Leserreaktionen zeigen, dass das Cover gut ankommt, was mich sehr erleichtert.

Vorschautexte oder auch Klappentexte zu erstellen, finde ich sehr schwierig, schon allein, weil ich mich nicht kurz fassen kann. Deshalb bin ich heilfroh, dass diese Aufgabe immer vom Verlag übernommen wird. Wie viel sollte man verraten, welche Informationen, welche Reizwörter braucht der potentielle Leser, um ein Buch so interessant zu finden, dass er es kauft? Keine leichte Aufgabe.

Jetzt ist „Die Spur der Katze“ also zum ersten Mal öffentlich zu sehen, und die Aufregung nimmt zu. Wird die Geschichte den Lesern so gefallen wie mir? Werden sie mit Marisa, Coyle und den anderen Charakteren mitfiebern? Und vor allem, werden sie danach auch weitere Bände der Serie lesen wollen? Ich hoffe es, denn ich bin noch lange nicht fertig mit der Geschichte der Ghostwalker.

Band zwei geht derweil langsam voran, ich bin ungefähr bei der Mitte angekommen. Zumindest wenn ich mich diesmal an die angepeilte Seitenzahl halte …

www.michelleraven.de

Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #44/Juni2009.

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Michelle Raven

Schon als Kind war Michelle Raven ein Bücherwurm, deshalb schien der Beruf als Bibliotheksleiterin genau das Richtige für sie zu sein. Als sie alle Bücher gelesen hatte, begann sie, selbst für Nachschub zu sorgen. Und wurde zu einer der erfolgreichsten Autorinnen im Bereich Romantic Fantasy und Romantic Thrill. Bislang hat sie 40 Romane veröffentlicht, von denen einer auf der SPIEGEL-Bestsellerliste landete.