Autorentagebuch Kolumne Projekt "Leo"

Autorentagebuch: Projekt „Leo“ – Folge 2

Es ist geschafft, Ende Februar habe ich „Leo“ aus den Händen gegeben. Eigentlich sollte es ein freudiger Tag sein, aber wie immer ist es bei mir eine Mischung aus Wehmut, die Geschichte nach so vielen Monaten loslassen zu müssen, und Unsicherheit, ob sie der Lektorin gefallen wird. In der Überarbeitungsphase der letzten Wochen habe ich versucht, die Sprache zu glätten, Fehler auszubügeln und vor allem Brüche in der Logik zu finden. Habe ich alle erwischt? Ganz sicher nicht. Kein Autor ist perfekt, und genau deshalb ist die Arbeit der Lektoren so wichtig. Sie können aus einem guten Text einen sehr guten machen und ihm den letzten Schliff verleihen.

Genau darauf hoffe ich und vertreibe mir inzwischen die Zeit damit, den zweiten Band der Serie zu beginnen. Es ist ein komisches Gefühl, wieder bei Seite 1 anzufangen, mich an neue Hauptcharaktere gewöhnen zu müssen und den ganzen Prozess des Geschichtenerfindens wieder von vorne zu beginnen. Einerseits macht es richtig viel Spaß, andererseits frage ich mich aber auch, wie ich jemals auf mindestens 400 Seiten kommen soll. Dazu kommt noch der Druck, denn ich muss das neue Projekt bereits Ende September 2009 abgeben, habe also etwa sieben Monate Zeit, „Leo 2“ fertig zu schreiben und zu überarbeiten.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie ich mir überhaupt eine ganze Geschichte ausdenken kann, wenn ich noch nicht mal auf einen richtigen Titel komme, kann ich dazu nur sagen: ich habe keine Ahnung. Mit Titeln habe ich mich schon immer schwer getan, meist entscheide ich mich erst für einen, wenn ich das Buch fertig geschrieben habe. Doch die Arbeitstitel wie „Leo“ oder „Leo 2“ wirken in einem Exposé denkbar schlecht, deshalb versuche ich immer, einen halbwegs annehmbaren Titel zu finden, unter dem mein Agent das Projekt den Verlagen vorstellen kann. Im Fall von „Leo“ war das „Die Spur der Katze“ und wie es aussieht, wird er vom Verlag übernommen.

Eine weitere Überlegung beim Start einer neuen Serie in einem neuen Genre und Verlag ist der Autorenname. In diesem Fall war die Frage, ob wir bei dem bereits eingeführten Pseudonym Michelle Raven bleiben oder doch lieber ein neues nehmen sollten. Beides hat Vor- und Nachteile, wie z.B. die Mitnahme der angestammten Leserschaft gegen die Möglichkeit, dass einige Romantic-Suspense-Leser keine paranormalen Elemente mögen und deshalb vom Plot enttäuscht sein könnten. Ein frischer Start unter einem neuen Pseudonym gegen die Gefahr, dass der Name unter den bekannteren anderen LYX-Autoren untergeht. Letztendlich haben wir uns für Michelle Raven entschieden. Ob der Name bei den Lesern angenommen wird, muss sich erst noch zeigen, aber ich hoffe, dass meine Geschichten auch als Romantic Fantasy überzeugen werden.

Besonders gespannt bin ich darauf, wie das Cover letztendlich aussehen wird. Ich durfte ein paar Coverbeispiele einreichen, die mir von der Art her besonders gut gefallen, außerdem einige Informationen zum Inhalt, und nun ist es Sache der Graphiker, ein aufsehenerregendes Cover zu erstellen. Voraussichtliche Fertigstellung sollte Ende März sein. Weitgehend fertig ist dagegen meine Homepage, die ich für die neue Serie erstellt habe: www.ghostwalker.michelleraven.de.

www.michelleraven.de

Zuerst erschienen in der LoveLetter-Ausgabe #42/April 2009.

Avatar

Michelle Raven

Schon als Kind war Michelle Raven ein Bücherwurm, deshalb schien der Beruf als Bibliotheksleiterin genau das Richtige für sie zu sein. Als sie alle Bücher gelesen hatte, begann sie, selbst für Nachschub zu sorgen. Und wurde zu einer der erfolgreichsten Autorinnen im Bereich Romantic Fantasy und Romantic Thrill. Bislang hat sie 40 Romane veröffentlicht, von denen einer auf der SPIEGEL-Bestsellerliste landete.